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Benedict Barrera hat es nicht leicht, seine Frau Leliosa, seine 3 Kinder und dazu die Großeltern Rose und Benedicto über Wasser zu halten. Mit Gelegenheitsarbeiten auf den Feldern der
Großgrundbesitzer verdient der 40-jährige Familienvater mit einer durch eine Kinderlähmung bedingten Behinderung um die 1500 Peso im Monat. Das sind umgerechnet ca. 25 Euro. Mit viel Glück können es ausnahmsweise auch mal 2000
Peso sein. Das ist am Tag gerade mal ein Euro für eine ganze Familie. Sein Lohn stieg seit Jahren nicht mehr.
Nach der Arbeit geht er über den Markt der Stadt Panabo auf der Insel Mindanao und schaut mit Schrecken auf
die stetig steigenden Preise für Reis, das Grundnahrungsmittel seiner Familie. 41 Peso für ein Kilo, fast sein gesamter Tageslohn! Er kauft deshalb inzwischen nur noch Bruchreis oder Maisschrot für die Hälfte, da er sich den
richtigen Reis nicht mehr leisten kann und fährt anschließend mit 14 weiteren Passagieren, drei Hühnern und einem Schwein an Bord eines Tricycles zu seiner Familie. Hierfür bezahlt er für die 10 km zu seiner Hütte weitere 30 Peso, da auch die Treibstoffpreise um über 50% gestiegen sind. Die Ernährungssituation seiner Familie verschlechtert sich schon seit Monaten dramatisch. Familie Barrera ist dabei nur eine von vielen, die in den Strudel dieser weltweit unterschätzten ökonomischen Katastrophe gerissen wird. Benedict Barrera ist ratlos!
Die Kosten für einen Sack Reis (50kg) in guter Qualität sind auf den Philippinen laut Martin Riester, Vorstand des Hilfsprojekt Mariphil binnen 4 Monaten von 1280 Peso im Dezember auf über 1600 Peso gestiegen. Doch
einen ganzen Sack kann sich kaum einer leisten. In kleinen Mengen verkauft liegt der Preis umgerechnet bei über 2000 Peso pro Sack. Das bringt die Menschen an den Rand der Verzweiflung, da vom ohnehin kargen Verdienst nichts
mehr für die sonstigen Dinge des Lebens übrig bleibt. So müssen die Kinder von der Schule zu Hause bleiben um mit Arbeit ebenfalls zum Unterhalt der Familie beizutragen. Sei es durch das auskernen von Kokosnüssen, die Hilfe auf den Feldern, den Bananenplantagen oder als Zigarettenverkäufer in der Stadt. Geld für eine Krankenversicherung, eine Rentenversicherung, neue Kleider oder Schuhe ist schlicht nicht mehr vorhanden. Der Teufelskreis der Armut dreht sich noch schneller!
Das Hilfsprojekt Mariphil möchte diesen Teufelskreis durchbrechen und die Probleme an den Wurzeln packen. „Zu den makroökonomischen Faktoren, die weltweit wirken, kommt auf den Philippinen (die Reis importieren müssen!)
noch die immer geringer werdende Landfläche für den Reisanbau hinzu“, so Riester. Die Ursache sind Großgrundbesitzer, die immer mehr Fläche für den Anbau von Exportbananen, Ananas oder Mangos nutzen und auch Kleinbauern
als „Subunternehmer“ solange skrupellos ausnutzen, bis diese Ihr Land wegen der Schulden dem Großgrundbesitzer abtreten müssen. Hier hilft langfristig nur eine eigene Existenzgrundlage in Verbindung mit dem Knowhow, diese
ertragbringend zu nutzen.
Um die Situation der Familien im Projektgebiet auf Mindanao nachhaltig zu verbessern, müssen diese über Land zum Ackerbau verfügen. Die Organisationsform der Kooperative schützt die Bauern dabei
vor den Fängen der Großgrundbesitzer und sichert eine professionelle Bewirtschaftung. Mariphil sucht Menschen, welche die Initiative „Land gegen Hunger“ unterstützen. Jeder Quadratmeter zählt! Wie viele Quadratmeter er
dabei finanzieren möchte, entscheidet jeder Spender selbst. Ein Quadratmeter, der für den Reisanbau geeignet ist, kostet ca. 1,50 Euro. Mariphil stellt für Spenden ab 10 Euro automatisch eine Spendenbescheinigung aus. Ab 200 qm
bekommt der Spender ein Mariphil Zertifikat über die von ihm gespendete Fläche und das Recht, bis zu 3 Wochen im Mariphil-Projekthaus auf Mindanao kostenfrei zu übernachten um sich selbst ein Urteil über die Verhältnisse und
unsere Projektarbeit vor Ort bilden zu können. Transparenz ist ein wichtiger Teil der Arbeit von Mariphil.
Die Initiative „Land gegen Hunger“ eignet sich auch für Betriebe, Schulen, oder Vereine, die eine solche
Aktion unterstützen möchten. Das Ziel von Mariphil ist es, den Bauern die Möglichkeit zu geben, unter fachmännischer Anleitung (der Vorstand von Mariphil-Philippines ist studierter Landwirt) Land in Form einer Kooperative zu
bewirtschaften und damit ein faires Einkommen für Ihre Familien zu erlangen. Hierzu gehört nicht nur das Land selbst, sondern auch die Infrastruktur und Organisation um effektiv arbeiten zu können. Die Produkte werden großteils
auf dem heimischen Markt verkauft und nicht exportiert. Dies nimmt regional Druck von den Preisen und hilft somit auch weiteren Menschen, Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen einkaufen zu können.
Mögliche Überschüsse
der Aktion sollen beispielsweise in die Ausbildung der Kinder, Brunnenprojekte oder Gesundheitsaktionen fließen. Mariphil hat bereits Erfahrung mit Projekten dieser Größenordnung und führt diese teilweise auch mit Unterstützung
des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch. „Wir möchten den Menschen im projektgebiet eine realistische Hoffnung geben, sie zur Eigeninitiative motivieren und anleiten. So sind diese
Menschen auch nicht mehr als leichte Opfer für radikale Parolen zu missbrauchen, die letztendlich den Frieden auf unserer einen Welt gefährden“, führt der 48-jährige Vorstand des Vereins Mariphil aus.
Mariphil fordert die politisch Verantwortlichen weltweit auf, die wirkliche Brisanz dieser Entwicklung nicht nur zu diskutieren, sondern schnell aktiv zu handeln. Sollte dies nicht geschehen, werden
sich die nächsten Kriege nicht um Öl und Macht, sondern sehr bald um Wasser und Nahrung drehen. „Nichts ist gefährlicher als Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben“ so Riester.
Die Kernarbeit von MARIPHIL
ist, Kindern und Jugendlichen bedürftiger Familien durch eine sinnvolle Ausbildung den Ausbruch aus der Armut zu ermöglichen. Dies geschieht durch Patenschaften zur Schul- und Berufsausbildung, die z.B. schon für 16 Euro im Monat einem Kind den Besuch der Grundschule ermöglichen und der Familie kann für 4 Euro monatlich eine einfache Krankenversicherung finanziert werden. Auch der Bau von Schulen oder Gesundheitsstationen, Ernährungsprogramme, etc. gehören zu einem ausgewogenen Netzwerk von Hilfen. Das Projekt ist religiös neutral.
Reis ist Grundnahrungsmittel der Menschen auf den Philippinen und ist für viele zum „Luxusgut“ geworden – auch politische Unruhen sind nicht auszuschliessen!“
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